Mittwoch, 22. Februar 2017

Synchron gewickelt // Sarmakraut

Ich habe Euch ja noch gar nicht erzählt, was ich am Sonntag gemacht habe. Dabei war das so ein toller Tag, den wir in vollen Zügen genossen haben. Jeder ist seinem Hobby nachgegangen. Der Wollsockenverweigerer hat am Galetto geschraubt (der ist jetzt fast fertig für den TÜV) und ich habe synchron gewickelt.
Sarmakraut.
Bitte was? Synchron gewickelt? Sarmakraut?
Nein, das Ibu redet nicht wirr (nur manchmal *ffgg*).

Mit meinen beiden lieben Freundinnen Tanni und Nicole tausche ich gerne regionale Spezialitäten aus, da wir in ganz unterschiedlichen Ecken von Deutschland bzw. in Östereich (Nicole) leben. Diesmal hat Tanni uns mit einem merkwürdigen, platten und in Plastik eingeschweißten Kohlkopf versorgt, den sie bei sich im Laden entdeckt hatte und mit dem keine von uns so richtig was anfangen konnte.
Aufschrift: Sarmakraut.

Und um das Ganze noch lustiger und spannender zu machen, haben wir uns am Sonntag zum synchron kochen verabredet und die Ergebnisse per WhatsApp und per Instagram ausgetauscht.
oben in der Mitte der komische Kohlkopf
 Ich muß ja immer alles ganz genau wissen (der innere Monk.... *augenverdreh*) und habe erst einmal gegoogelt, was dat nu überhaupt ist.
Sarma bedeutet nichts anderes als einwickeln (türkisch). Auch gefüllte Weinblätter sind Sarma. 
Sarmawickel ist also doppelt gemoppelt ein eingewickelter Wickel.
Hergestellt wird dieser Kohl aus Jaromakohl, das ist ein platter Kohlkopf, den man frisch vorwiegend in türkischen Lebensmittelläden kaufen kann. Dieser wird per Milchsäuregärung wie bei unserem Sauerkraut haltbar gemacht. Unser runder Weißkohl eignet sich dafür nicht, die Blätter sind zu grob und zu fest.
Der Kohl ist ziemlich sauer und salzig. Wer da empfindlich ist, sollte die Blätter vor dem Verarbeiten gründlich wässern. Ich hab es nicht gemacht.

rechts oben: Grundmasse // rechts unten: gewürzt nach thüringer Art // Links: orientalisch gewürzte Füllung
 Der Ursprung dieses Essens liegt auf dem Balkan (Kroatien/Bosnien/Rumänien/Ungarn...) und es ist mittlerweile ein typisches Wiener Gericht (was ich besonders witzig finde, da unsere Wienerin es nicht kannte *grins*). Im Internet findet man diverse länderspezifische Rezepte.

Ich habe mich an dem und an dem orientiert und dann doch eine ganz andere Version gebastelt (ich kann einfach nicht nach Rezept kochen).

Eigentlich wollte ich das Gehackte mit Schafskäse, Kapern und Tomatenmark mediteran würzen. Da ich aber auf Instagram gesehen habe, dass das auch Tannis Plan war, habe ich mich spontan umentschieden. Damit wir drei möglichst unterschiedliche Versionen kochen. :-)

Das Gehackte wird in die Blätter eingerollt

Aus meinem Kopf habe ich mit einem Kilo Hack 39 Rollen bekommen.

Die Rollen kommen in einen Bräter auf das fein geschnittene Herz des Kohlkopfes und dann in den Ofen. Da ich 2 verschiedene Füllungen hatte, trägt die eine Hälfte der Rollen ein Schleifchen.

fertig geschmort
Nach dem Schmoren habe ich direkt mal mehr als die Hälfte der Rollen und der Brühe beiseite gestellt zum einfrieren. Sonst gäbe es den Rest dieser Woche nur noch Wickel.

Die übrig gebliebenen Rollen kamen mit etwas Brühe und Speck noch mal für 30 Minuten zurück in den Ofen und das kleingeschnittene Herz in einen Topf. Die Sauce habe ich auch separat zu Ende gekocht.

Nach einer Dusche aus Paprikabrenne 10 Minuten vor Ende der Garzeit sahen die Dinger verdammt lecker aus.

Zu den Rollen gab es Reis, das kleingeschnittene Herz und einen Klecks saure Sahne.
Ich war echt begeistert von dem Sarmakraut. Man darf allerdings nicht die typischen deutschen Kohlrouladen im Kopf haben, das Saure ist auch nach dem Garen noch deutlich vorhanden.

Und hier das genaue Rezept:

==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4

     Titel: Ibus Sarmakrautwickel mit 2 Füllungen
Kategorien: Kraut, Wien, Östereich
     Menge: 40 Portionen

      1      Kopf  Sarmakraut
    300     Gramm  Geräucherten Bauspeck
      2      Essl. Zucker
    4-5            Lorbeerblätter
      1       Ltr. Rinderbrühe
      1      Teel. Wacholderbeeren
      1      Teel. Pimentkörner
      1    Becher  Saure Sahne
            Etwas  Frischkäse Natur
      1      Teel. Kümmel
                   Für die Füllung
      1        kg  Hackfleisch halb und halb
      1            Zwiebel
      2   Knollen  Chin. Koblauch
    200     Gramm  Langkornreis
                   Salz
                   Pfeffer
      1      Teel. Kümmel
      1      Teel. Paprika süß
      1      Teel. Paprika geräuchert
      1      Teel. Majoran
      1      Essl. Senf
     25     Gramm  Getrocknete Berberitzen
      1      Teel. Ras el Hanout
      1      Teel. Harissapulver
      1      Teel. Getrocknete Minze
      1      Teel. Cumin, ganz
                   Für die Paprikabrenne
      3      Essl. Öl
      1      Essl. Paprika (bei mir scharfer geräucherter)
      1     Prise  Salz
    1/2     Tasse  Sarma-Saft

============================ QUELLE ============================
            http://www.ziiikocht.at/2016/06/sehr-spezielle-
            krautwickel-und-eine.html
            http://slava.com.de/?p=1218
            -- Erfasst *RK* 19.02.2017 von
            -- Ibu

Vom Krautkopf den Strunk kegelförmig heraus und die Blätter
vorsichtig abschälen. Mit einem Messer die dicke Mittelrippe am
unteren Ende abflachen, bei den großen Blättern ganz heraus
schneiden. Sind die Blätter zu salzig, die Blätter in reichlich
Wasser einlegen. Anschließend die Blätter ausdrücken. Den Saft vom
Kohl auffangen, dieser wird für die Paprikabrenne benötigt.

Die Hälfte vom Speck durch den Fleischwolf drehen oder sehr fein
hacken, die andere in Würfelchen schneiden

Für die Füllung Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Mit Fleisch, Reis,
Salz und Pfeffer gut verkneten. Die Masse halbieren. Die eine Hälfte
mit Senf, Majoran, Paprika, Kümmel und Speck vermischen, die andere
Hälfte mit Berberitzen, Ras el Hanout, Harissa, Minze und Cumin.

Jeweils ein Krautblatt mit dem Stielansatz nach unten legen. Große
halbieren, bei kleineren zwei verwenden. Eine Portion der Füllung zu
einer kleinen Rolle formen und unten auf das Blatt legen. Ein Mal
einwickeln, dann die linke Seite einschlagen und das Blatt
vollständig aufwickeln. Zum Schluss das rechte Ende mit dem Finger
in die Roulade stopfen.

Den Ofen auf 160 °C vorheizen. Das Herz vom Kohlkopf in Streifen
schneiden und in einem großen Bräter verteilen, mit Zucker und
Kümmel bestreuen. Die Wickel dicht nebeneinander einlegen oder
hineinstellen, Lorbeerblätter dazwischenstecken. Den restlichen
Speck verteilen, Wacholder und Piment ebenso. Brühe über die Wickel
gießen. Ggf. heißes Wasser ergänzen, bis die Wickel knapp bedeckt
sind. Mit Deckel etwa 2 Stunden schmoren.

Jetzt gibt es 2 Varianten, wie es weiter geht. Variante 1: Deckel
abnehmen, eventuell Flüssigkeit ergänzen, Hitze auf 200°C erhöhen.
30 Minuten offen schmoren, bis die Wickel leicht gebräunt sind und
die Flüssigkeit um ein Drittel reduziert ist. Mit Sauer Sahne
servieren.

Variante 2 (so habe ich es gemacht): Rouladen aus dem Bräter nehmen,
Brühe abgießen. Alle Rouladen, die eingefroren werden sollen,
beiseite stellen, ebenso die Hälfte der Brühe. Das fein geschnittene
Kraut vom Boden in einen Topf geben, ebenso die Hälfte der Brühe in
einen anderen Topf.

Die übrigen Rouladen wieder in den Bräter legen und mit etwas Brühe
begießen. Jetzt wie oben beschrieben bei 200 Grad für 30 Minuten in
den Ofen zurück.

Brühe im Topf reduzieren, mit etwas Zucker abschmecken und den
Frischkäse unterrühren. Die Krautstreifen im Topf warm halten, vor
dem Servieren ebenfalls mit etwas Zucker abschmecken und 3 EL Saure
Sahne unterrühren.

Für die Paprikabrenne das Öl erhitzen, den Paprika dazu geben und
kurz anrösten, aber nicht verbrennen lassen. Eine Prise Salz dazu
geben und mit dem Krautsaft ablöschen.

10 Minuten vor Ende der Garzeit der Roulanden die Paprikabrenne über
die Rouladen gießen, die Temperatur erhöhen und die Rouladen zu Ende
braten lassen.

Mit Brot, Reis oder Kartoffeln servieren.

=====


Und falls Ihr jetzt Hunger habt, dann könnt Ihr auch noch mal bei Tanni vorbei schauen, was sie sich für ein tolles Rezept ausgedacht hat: Tannis "Sarmawickel - Krautwickel aus Sarmakraut"



Der Post ist jetzt doch sehr lang geworden und ich habe schon wieder Hunger...
Also machts gut bis die Tage,
das Ibu








Kommentare:

  1. Hihi ja das war eine tolle Aktion - auch wenn das Sarmakraut jetzt nicht so mein Fall war, war das Synchronkochen doch sehr sehr lustig ♥

    Dickes Küsschen
    nima

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    1. Das hat irre Spaß gemacht! Und wie unterschiedlich unsere Ergebnisse waren. ♥

      Ich muß echt mal schauen, ob ich das komische Kraut hier auch bekommen...

      Hab einen schönen Tag mein Schatz!

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    2. Ich hatte auch soviel Spaß bei der Altion, müssen wir dringlichst wiederholen. Deine Füllungen sehen aber auch zu gut aus... wieso bin ich eigentlich nicht auf Bacon gekommen #mitbaconistallesbesser... ;o)

      Schau mal bei Deinem Türken, unserer hat die einzelnen Blätter aufgewickelt geschichtet im Glas. Ansonsten bestellste einfach bei mir...

      Dickes Drückerle, Tanni

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  2. Also, ich bin Wienerin und kenne das Gericht auch nicht! Habs auch noch nie irgendwo gelesen... Sieht aber verdammt gut aus!

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    1. Das war es auch :-)
      Das mit der Wiener Küche behauptet auf alle Fälle das Internet. Wer weiß, vielleicht ist es ja auch ein alternativer Fakt ;o) *hihi*
      lg vom Ibu

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